Ab und zu nimmt der Mond ab und zu
und als eines der vielen Zahnräder im Zeitgetriebe des Weltgeschehens nutze ich mit meinem Dienst am Bild ein Innehalten im permanenten Zeitflimmern. Die Realität unseres urbanen Daseins treibt mich unaufhörlich vor sich her. Möchte ich etwas von dieser Realität festhalten, um es in Dauerbesitz nehmen zu können, bedarf es einer bestimmten Strategie. Mich zieht es dabei zu althergebrachten, heute sagt man auch analogen, Arbeitsmethoden. Nur so, in Hand- und Hausarbeit glaube ich, mein Bildmaterial vom Zeitstrom ableiten zu können. Die Materialien und Ausführungstechniken wähle ich gern so einfach wie nur möglich, das Endprodukt jedoch soll nicht einfach sein,

auf jeden Fall ohne Hirnschutzfaktor. Sieht man den Bildern diese Machart nicht an, ist es gut so.
Der Urinstinkt, eine „Marke“ setzen zu wollen, treibt mich auf vermintem Bildgelände voran. Peripher lauern die Untiefen des Vergänglichen wie des Zeitgemäßen und die Genregrenzen, die jedoch gern ignoriert werden.
So wird getuscht, gestrichelt, gekratzt und laviert, wortgebildet und gewissensbissig phantasiert. Schön, wenn man sich dabei immer wieder selbst überraschen kann. Der Betrachter sollte jedenfalls gewarnt sein, denn
ab und zu nimmt der Mond ab und zu.