Die »Formulierungen« Klaus Reinckes sind weniger Zeichnungen im klassischen Sinne als eher Skizzen, Collagen, zusammengesetzte Zeichen. Er plant das Ergebnis nicht im Voraus, sondern arbeitet so lange bis sich etwas Sinnfälliges herauskristallisiert. Hauptsächlich nutzt er Graphit, Kohle, aber auch Beize, Druckfarben, Rost, Altöl … als »Werkzeuge«. Das Material bestimmt die Farbskala, die sich hauptsächlich zwischen rostfarben, bräunlichen und schwarzen Tönen bewegt. Eine Vorliebe besitzt Klaus Reincke für Monotypien (ermöglichen nur einen Abzug), diese setzt er dann oft zu neuen Kompositionen zusammen.

Die experimentelle Arbeitsweise gibt dem Zufall beim Entstehen der Komposition großen Raum. Thematisch bewegen sich seine Kompositionen im abstrakten Bereich, aber auch figurale Formen entstehen. Zeichen werden zusammengesetzt und ergeben in der Kombination ein Bild, erhalten eine Bedeutung (z. B. die Grazien).

Quelle: Text von Ulrike Hamm im Katalog »Klaus Reincke | Skulpturen und Zeichnungen«, Münster 2003