DU ALLES ICH ist der Titel, unter dem sich die jüngsten Arbeiten Vanessa von Wendts zusammenfinden. Verglichen mit früheren Arbeiten der 31-jährigen Meisterschülerin Markus Lüpertz' erinnern sie in der verkürzten Darstellung nackter Körper auf großformatigen Farbflächen an die scherenschnittartigen Gemälde eines Henri Matisse. Gleich einem unbegreiflichen Tanz sind die Protagonisten rätselhaft schwebend ineinander verschlungen und entbehren jegliche Räumlichkeit zur Einordnung des Geschehens. Die scharfe Abgrenzung der wogenden Gliedmaßen erfährt eine dezente

Auflösung in der gestischen Strichführung des Kohlestifts, welcher die Entstehungsgeschichte in der eigentlichen Untermalung spüren lässt. Lyrische Titel verweisen auf die Freude der Künstlerin beim Verfassen von Gedichten.
Vanessa von Wendt streut, sich aus der Bildebene herauswindende Körperteile wie Blütenblatter über die Leinwand und überlässt schließlich dem Betrachter das Füllen der Leerstellen in der Interaktion der Figuren - wie auch im Gespräch zweier Menschen.

Romy Rexheuser | Februar 2016