Frank Zappa wird der Satz zugeschrieben: »Über Musik zu reden ist wie über Architektur zu tanzen«. Grundsätzlich kann man das natürlich tun, ob es denn Sinn macht darf dann jeder für sich selbst entscheiden. Ich würde dieses Zitat dahingehend abändern, dass ich sagen würde: Über meine Bilder selbst zu reden wäre für mich so, als müsste ich über Architektur tanzen. Das schließt aber nicht aus, dass ich mich nicht in dem wiederfinden kann, was der Betrachter in meinen Bildern sieht.
Volkmar Köhler hat auf einer Vernissage etwas über meine Bilder gesagt, dem ich absolut zustimmen kann: »Die Bilder erzählen Geschichten, aber es sind keine geplanten Bilder. Es sind Reisen ins Innere. Wenn Köpfe und Gesichter scheinbar aus dem Lot geraten, so ist die Verzerrung die offene Tür zu diesem Innenleben des Künstlers wie des Betrachters. Es ist der Humor, der die Klammer bildet.

Ob »redgozilla« durch Luponase und Blütenschwanzwedel seine Bedrohlichkeit einbüßt, ob der Renaissancepoet »Petrarka« mit Heugabel und Schnurrbart daherkommt oder ob der König in »kingsandqueens« hinter einem überdimensionalen Busen hervorlugt, Schrecken haben bei Rainer Baier meist auch eine heitere Seite.«
Was ich aber mit Sicherheit sagen kann ist, dass die Malerei ein Ort für mich ist, an dem ich mich aus der Realität mit ihren Gesetzen, Vorschriften, ihrer Logik und ihren Erwartungen lösen kann und so etwas wie Freiheit empfinde.

Rainer Baier | Juni 2016