Angefangen hat alles mit der Nachricht darüber wieviel Essen in deutschen Haushalten im Laufe eines Jahres in die Tonne wandert. Laut Studie der Uni Stuttgart wirft jeder Bundesbürger durchschnittlich 81,6 kg Lebensmittel pro Jahr in den Müll, das sind jährlich knapp 11 Mio Tonnen Nahrungsmittel, die als Abfall entsorgt werden.
Wir waren schockiert von dieser Information und wollten uns mit dem Thema in einem fotografischen Projekt auseinandersetzen. In Zeiten industrieller Massenproduktion von Lebensmitteln finden wir es wichtig auf die Verschwendung von Nahrungsmitteln aufmerksam zu machen.
Wir konnten uns die Menge nur schwer vorstellen und haben uns gefragt: Wie viele Lebensmittel sind das? Wie viele Mahlzeiten werden ungegessen entsorgt?
In der künstlerischen Auseinandersetzung entwickelten wir ein Bildkonzept, das über die reine Dokumentation hinausgeht. Jedes Bild repräsentiert ein Gericht.

In Anlehnung an den zwanghaften Verpackungswahn unserer Gesellschaft haben wir die Lebensmittel in Strümpfe gesteckt. Durch diese »Verpackung« werden sie abstrahiert und zu einem gewissen Grad anonymisiert. Eine Anspielung auf die industrielle Massenproduktion unserer Nahrungsmittel.
Der Inhalt jeder Verpackung wurde gewogen, am Ende des Projekts stehen ca. 40 Motive, die in ihrer Summe 81,6 kg schwer sein werden.
Die aktuelle Ausstellung ist Teil des Projekts und zeigt mit 12 Motiven nur 25.637 GR.

Am Ende gibt es ein besonderes Projektbuch, in dem alle Motive präsentiert werden.

augustundjuli | Anfang März 2015